foodaktuell: Wo aus Herausforderungen Lösungen werden
Neue Messeformate bringen Bewegung in die Schweizer Lebensmittelwirtschaft. Die NovaFood greift aktuelle Herausforderungen der Branche auf und zeigt Lösungen – von Automation und Qualitätssicherung bis zu Rohstoffen und Verpackungen.
Dieser Artikel ist im Rahmen des Messespecials im foodaktuell, Fleisch und Feinkost sowie Panissimo erschienen.
Die Geschichte der Fachmessen für die Schweizer Lebensmittelwirtschaft ist eine bewegte. Für die Fleischbranche gab es lange die Metzgerfachmesse Mefa, die in Basel im Zweijahresrhythmus parallel zur Gastromesse Igeho stattfand. Die Backwarenbranche pilgerte alle zwei Jahre an die Fachmesse für Bäckerei- und Konditoreibedarf FBK nach Bern. Eine Fachmesse gab es auch für die Käsebranche: Die Fromage, die in den Nullerjahren drei Mal ebenfalls in Bern stattfand, umfasste nicht nur Zulieferfirmen, sondern auch Käsehersteller.
Allen drei Messen ist gemeinsam, dass sie Geschichte sind. Sie scheiterten an einer Mischung aus sinkendem Interesse und knapperem Kalkül bei den Ausstellern und tendenziell überdimensionierten und teuren Messestandorten. Beschleunigt wurde die Entwicklung schliesslich durch die Covid-Pandemie, die zeigte: Manche Dinge brauchen keinen Messebesuch, sie lassen sich auch per Video-Call besprechen.
Kleiner und feiner
Aber das Konzept Messe ist nicht tot. Das beweisen neue und kleinere Formate wie die GLUG und die CHEESEAFFAIRs in Aarau, ins Leben gerufen von Christian Rudin, der gemeinsam mit der Messe Luzern nun auch die NovaFood auf die Beine stellt. Wenn Aufwand und Ertrag stimmen, wenn eine Sogwirkung für eine ganze Branche entsteht, können Messen immer noch erfolgreich sein.
Dazu kommt, dass es den Lebensmitteleherstellern nicht an Herausforderungen mangelt, auf welche die Aussteller der NovaFood Lösungen bieten können: Energie und Rohstoffe sind teurer geworden, Fachkräfte sind knapp. Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Konsumentinnen und Konsumenten an Qualität, Zutaten und Rückverfolgbarkeit. Digitalisierung und Automation bieten Antworten darauf. Wechselnde Rezepturen und Chargengrössen lassen sich automatisieren, Machine Vision unterstützt die Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit, Roboter können immer mehr repetitive Arbeiten in Produktion und Verpackung übernehmen. Namhafte Anbieter in diesen Bereichen zeigen an der NovaFood ihre Lösungen.
Qualitätssicherung im Prozess
Gleichzeitig wachsen Automation und Qualitätssicherung immer stärker zusammen. Sensoren und Kameras erkennen Abweichungen im laufenden Prozess, die Rückverfolgbarkeit wird durch digitale Kennzeichnungssysteme vereinfacht. Gleichzeitig bleiben klassische Aufgaben wichtig: hygienisches Anlagendesign, Reinigung, Wasseraufbereitung, Desinfektion oder sichere Betriebsmittel. Auch hier gibt die NovaFood aktuelle Antworten.
Strengere Gesetze zu Nachhaltigkeit, Verpackungen und Lebensmittelkontaktmaterialien zwingen die Hersteller
zu neuen Lösungen. An der NovaFood reicht das Spektrum von ressourcenschonenden Produktionsverfahren bis zu neuen Verpackungslösungen, die Produktschutz, Materialeinsparung und Recyclingfähigkeit miteinander verbinden.
Neue Konsumentenerwartungen
Für Konsumentinnen und Konsumenten werden Proteine und Ballaststoffe wichtiger, sie achten vermehrt auf kurze Zutatenlisten und weniger Zucker. Für die Hersteller bedeutet das neue Rezepturen – und damit neue Anforderungen an Roh- und Inhaltstoffe. Die Aussteller im Themenbereich Rohstoffe, Inhaltsstoffe und Halbfabrikate zeigen auf, wie bei der Produktentwicklung Geschmack, Funktionalität, Deklaration, gesetzliche Anforderungen und wirtschaftliche Produktion zusammengebracht werden können.
P.S. Schauen Sie beim foodaktuell-Podium vom 26. Oktober zum Thema «Energieeffizienz und Ressourcenschonung in der Produktion» rein!
Roland Wyss,
Chefredaktor foodaktuell