Digitalisierung beginnt mit der richtigen Frage
Temperaturen, Mengen, Laufzeiten, Betriebszustände, Störungen oder Qualitätswerte: In einer Produktion entstehen an vielen Stellen Daten. Einige werden bereits automatisch erfasst, andere stehen nur lokal zur Verfügung und manches wird weiterhin von Hand dokumentiert.
Wie aus gezielt erfassten Daten nutzbare Produktionsinformationen werden.
Am Anfang einer sinnvollen Digitalisierung steht deshalb eine einfache Frage: Was wollen wir über unsere Produktion besser wissen? Vielleicht sollen Stillstandsursachen sichtbar werden? Vielleicht interessieren Prozessschwankungen, Energieverbräuche oder Qualitätsabweichungen? Aus dieser Fragestellung ergibt sich, welche Daten benötigt werden und wie sie erfasst werden sollten.
Die richtigen Informationen verfügbar machen
Auch in modernen Produktionsbetrieben gehören Kontrollblätter, Laufzettel und handschriftliche Produktionsprotokolle vielerorts zum Alltag. Diese Abläufe sind vertraut und über Jahre gewachsen.
Digital erfasste Informationen eröffnen zusätzliche Möglichkeiten. Werte stehen unmittelbar zur Verfügung, können automatisch einer Charge oder einem Produkt zugeordnet und mit weiteren Prozessdaten verbunden werden. Aus einzelnen Einträgen entsteht eine nachvollziehbare Produktionshistorie.
Dabei lohnt sich eine bewusste Auswahl. Welche Messwerte helfen tatsächlich weiter? Wer benötigt sie? In welcher Auflösung und über welchen Zeitraum?
Eine gute Datenbasis entsteht durch Relevanz, nicht durch Menge.
Daten brauchen Zusammenhang
Ein Temperaturwert von 72 °C hat für sich allein wenig Aussagekraft.
Interessant wird er zusammen mit Produkt, Charge, Prozessschritt, Zeitpunkt und Betriebszustand. Erst dieser Kontext ermöglicht Vergleiche und macht Abweichungen nachvollziehbar.
In vielen Anlagen sind solche Informationen auf verschiedene Systeme verteilt: SPS-Steuerungen, Maschinen, HMI, SCADA, Datenbanken oder Historian-Systeme. Werden diese Quellen miteinander verknüpft, entsteht ein umfassenderes Bild des Produktionsprozesses.
So lassen sich Produktionsverläufe analysieren, Störungen einordnen, Qualitätswerte vergleichen oder Ressourcenverbräuche einzelnen Produkten und Prozessen zuordnen.
Von Daten zu besseren Entscheidungen
Gesammelte Daten allein schaffen noch keinen Mehrwert. Entscheidend ist, daraus Informationen abzuleiten, die im Produktionsalltag weiterhelfen.
Kennzahlen und Visualisierungen sollten deshalb nicht möglichst zahlreich sein, sondern gezielt Antworten auf betriebliche Fragen liefern. So werden Stillstände nachvollziehbar, Prozessverläufe vergleichbar und Qualitäts- oder Ressourcenabweichungen sichtbar.
Eine solche Datenbasis schafft gleichzeitig die Grundlage für weiterführende Anwendungen und die Anbindung übergeordneter Systeme wie MES oder ERP.
Schritt für Schritt digitalisieren
Digitalisierung muss nicht mit einem grossen Projekt beginnen. Oft reicht eine konkrete Fragestellung und ein klar abgegrenzter Prozess.
Ein erster Anwendungsfall kann beispielsweise darin bestehen, ausgewählte Produktionsdaten automatisch zu erfassen und gemeinsam mit Auftrags- oder Chargeninformationen auszuwerten. Zeigt sich daraus ein konkreter Nutzen, lässt sich die Lösung gezielt um weitere Anlagen, Datenquellen oder Auswertungen erweitern.
So entsteht keine isolierte Einzellösung, sondern Schritt für Schritt eine Datenbasis, die mit den Anforderungen des Produktionsbetriebs wachsen kann.
Sprechen Sie mit uns. Gemeinsam betrachten wir Ihre Prozesse, vorhandenen Daten und mögliche nächste Schritte.