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Autoklaven-Ersatz: Wann ist der richtige Zeitpunkt im Life-Science-Labor?

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen neuen Autoklaven? Erfahren Sie, warum Prozesssicherheit, Validierbarkeit und Digitalisierung heute wichtiger sind als die reine mechanische Funktion.

VITARIS AG
Halle 3, EG / E 194

Autoklaven gehören zu den unsichtbaren Leistungsträgern im Laboralltag. Sie laufen im Hintergrund, sterilisieren Medien, dekontaminieren Abfälle und sichern Prozesse ab – oft über Jahre hinweg, ohne grosse Aufmerksamkeit zu bekommen. Genau darin liegt aber auch das Problem: Solange ein Autoklav «noch funktioniert», wird die Frage nach einem Ersatz gerne hinausgeschoben. Doch im Life-Science-Umfeld hat sich diese Logik in den letzten Jahren grundlegend verändert.

Vom robusten Gerät zum kritischen System

Heute geht es nicht mehr nur darum, ob ein Gerät technisch noch läuft. Entscheidend ist vielmehr, ob es den aktuellen Anforderungen an Prozesssicherheit, Validierbarkeit und Integration überhaupt noch gerecht wird. In modernen Laboren ist der Autoklav längst Teil eines übergeordneten Systems, insbesondere in Pharma, Biotech und regulierter Forschung. Sterilisationsprozesse müssen nicht nur funktionieren, sondern nachweisbar und reproduzierbar funktionieren – und zwar über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Genau hier beginnen die Schwierigkeiten mit älteren Geräten. Mit zunehmendem Alter steigt nicht nur das Risiko technischer Ausfälle, sondern vor allem der Aufwand, die geforderten Nachweise tatsächlich zu erbringen. Sensoren driften, die Wiederholgenauigkeit nimmt ab, und die Dokumentation wird lückenhaft oder nur noch manuell möglich. Die zentrale Referenz für diese Anforderungen ist heute unter anderem die Norm ISO 17665:2024.

Regulatorische Anforderungen werden strenger

Auch wenn viele Life-Science-Labore nicht direkt als «medizinische Einrichtungen» arbeiten, sind sie dennoch zunehmend von regulatorischen Anforderungen betroffen. Spätestens im GMP- oder GLP-nahen Umfeld gilt: Prozesse müssen reproduzierbar, nachvollziehbar und auditfähig sein. Neben ISO 17665 spielen hier Normen wie EN 285 oder die aktualisierte EN 13060:2025 eine wichtige Rolle.

Der stille Kipppunkt: wenn Validierung zur Herausforderung wird

In der Praxis ist es selten ein einzelner Defekt, der den Austausch auslöst. Viel häufiger ist es ein schleichender Prozess. Die Validierung wird aufwändiger, Kalibrierungen müssen häufiger durchgeführt werden, einzelne Zyklen verhalten sich weniger stabil. Ein Autoklav, der sich nicht mehr effizient validieren lässt, wird früher oder später zum Risiko – nicht unbedingt wegen eines sofortigen Ausfalls, sondern weil er die Prozesssicherheit nicht mehr zuverlässig belegen kann.

Digitalisierung verändert die Anforderungen grundlegend

Ein Autoklav steht heute nicht mehr isoliert, sondern muss sich in eine Infrastruktur aus LIMS, Qualitätssystemen und digitalen Workflows einfügen. Chargendaten sollen automatisch gespeichert werden, Prozesse müssen rückverfolgbar sein. Fehlende Schnittstellen, veraltete Software oder nicht vorhandene Datenspeicherung führen dazu, dass Prozesse manuell dokumentiert werden müssen – mit allen bekannten Risiken für die Datenintegrität.

Wirtschaftlichkeit wirkt – auch indirekt

Während ein Autoklav in den ersten Jahren sehr stabil läuft, beginnen ab etwa 8 bis 10 Jahren die Aufwände zu steigen. Besonders kritisch sind dabei nicht die direkten Servicekosten, sondern die indirekten Effekte:

  • Unterbrochene Versuchsreihen
  • Verzögerte Produktionsschritte
  • Zusätzliche Validierungsaufwände

Wenn sich die laufenden Aufwände in Richtung eines relevanten Anteils eines Neugeräts bewegen, ist die wirtschaftliche Grenze erreicht.

Fazit: Die entscheidende Frage ist nicht das Alter

Der Austausch eines Autoklaven ist im Life-Science-Umfeld heute weniger eine Frage der Jahre als eine Frage der Zukunftsfähigkeit. Die entscheidende Frage lautet: Kann Ihr Autoklav die Prozesse von heute und morgen noch zuverlässig abbilden oder arbeitet Ihr Labor bereits um das Gerät herum? Wenn letzteres der Fall ist, ist der nächste Schritt meist klar – als bewusste Entscheidung für Stabilität, Effizienz und Sicherheit im Laborbetrieb.

Mehr Informationen finden Sie auf unserer Webseite. 

Ihre Kontaktperson

Patrik Betschon

Patrik Betschon

Head of Product Management

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